Архив свидетелей Минской исторической мастерской

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Frank Richard

Frank Richard

Группа 
Рассовые преследования
Страна происхождения 
Германия
Место рождения 
Kleinendorf bei Lübbecke
Проф. деятельность  
Viehhändler
Дата депортации 
1941 Ноябрь 18
Лагерь и место 
Minsker Ghetto
Судьба 
Befreiung am 23. April 1945 von den Alliierten
Тип отчета 
Семейная история

Richard Frank wurde am 02. Dezember 1899 als Sohn von Julius und Rosa Frank in Kleinendorf bei Lübbecke geboren, wo die Familie bereits seit mehreren Generationen lebte.

Hier wuchs er zusammen mit seinen vier Geschwistern auf und heiratete am 12. Mai 1925 seine Frau Else, geborene Heimbach. Nach der Eheschließung zogen beide zu den Eltern Richard Franks. Hier kamen ihre beiden Söhne, Günther (*10. April 1926) und Hans (*6. Mai 1927) zur Welt. Im Jahre 1930 zog die Familie zu Richards Onkel, dem selbstständigen Viehhändler Bernhard Frank nach Raden. Dieser blieb kinderlos und setzte durch einen Erbvertrag seinen Neffen Richard zum Alleinerben seines Unternehmens ein. In Rahden wurde am 20. November 1936 der dritte Sohn Rolf geboren.  

Da sich ab 1933 die antisemitische Stimmung in Kleinendorf verstärkte, zog die Familie 1939 nach Bremen. Zum einen litt die Familie unter den wirtschaftlichen Auswirkungen des Nationalsozialisten -nichtjüdische Bauern wurden aufgefordert, nicht mehr bei jüdischen Viehhändlern einzukaufen, wodurch die Familie Frank zunächst deutliche Einbußen verzeichnete. Schließlich wurde 1938 Juden der Viehhandel untersagt und den Franks damit der Rest ihrer finanziellen Grundlage genommen. Zum anderen zeigte sich die antisemitische Stimmung auch in der Bevölkerung des Ortes - sie mussten sich von nichtjüdischem Personal in ihrem Haus trennen; ehemalige Angestellte weigerten sich sie zu grüßen. Die Kinder verloren ihre nichtjüdischen Freunde und wurden in der Schule ausgegrenzt. In der Reichspogromnach 1938 zeigte sich die antisemitische Haltung durch eingeschlagene Fensterscheiben sowie mit Hakenkreuzen, judenfeindlichen Parolen und persönlichen Drohungen beschmierte Wände.

In dieser Nacht wurden Richard Frank und sein Onkel Bernhard verhaftet und kamen in das Konzentrationslager Buchenwald. Unter der Bedingung, das Land zu verlassen und seinen gesamten Besitz zu veräußern, kehrte Richard Frank nach fünf Wochen zurück. Nach dem Verkauf aller Habseligkeiten zog die Familie gemeinsam mit dem Onkel Bernhard Frank nach Bremen. Hier lebten sie in der Parkstraße 1 (vor 1939 Legion-Condor Straße, heute Schwachhauser Heerstraße 18/Ecke Parkstraße). Hier wurden sie nicht mehr offen angefeindet, da die Größe der Stadt für mehr Toleranz gegenüber der Familie sorgte. Richard Frank fand eine Anstellung im Tiefbau und sein ältester Sohn Günther bemühte sich außerhalb Bremens eine Stelle als Schlosser zu finden. Die jüngeren Söhne Hans und Rolf fanden schnell Anschluss. Mit neuen Freunden spielten sie auf den Straßen Bremens, badeten im Sommer in der Weser und liefen im Winter Schlittschuh

Am 30. Oktober/1. November erfolgte der Bescheid zur Verschickung in den Osten. Die beiden jüngeren Söhne freuten sich darauf, eine Reise machen zu dürfen. Was sie genau erwartete, ahnten sie nicht.

Am 18. November 1941 wurde Richard Frank zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Minsk deportiert. In Minsk mussten Sie die Nacht und den darauffolgenden Tag bei strengen Temperaturen im Freien verbringen, da am Tag zuvor eine Vernichtungsaktion stattfand und die zu beziehenden Räume erst noch von ausgewählten Häftlingen des Zuges, mit dem Richard Frank und seine Familie die Stadt erreichte, gesäubert werden mussten. In den Folgetagen wurde die Familie Frank auf verschiedene Arbeitskolonnen aufgeteilt. Sie waren gezwungen, schwere körperliche Arbeiten zu leisten. Am 28. Und 29. Juli 1942 erfolgte eine Vernichtungsaktion, bei der 4.500 Ghettobewohner ums Leben kamen. Sie wurden entweder zu Massengräbern gefahren, wo sie ermordet wurden oder direkt innerhalb des Ghettos erschossen. Hierunter befanden sich auch die Frau Richard Franks und die beiden Söhne Günther und Rolf. Richard Frank und sein Sohn Hans überlebten nur deshalb, da sie sich zum Zeitpunkt der Ermordung ihrer Familie im Arbeitseinsatz befanden. Eigentlich hätte Günther an Stelle von Hans an jenem Tag zum Arbeitskommando gehen sollen. Da Günther jedoch erkrankte, entschieden die Eltern Hans zu schicken, um die für das Überleben wichtige Arbeitsstelle nicht zu verlieren. Bis zum Schluss war Hans Frank von Schuldgefühlen geplagt, dass er nur überlebte, weil er an diesem Tag an Stelle seines Bruders zum Arbeitseinsatz ging. Immer weitere Aktionen reduzierten die Anzahl der Bewohner im Ghetto. Am 1. September 1943 wurden Richard Frank und sein Sohn Hans zusammen mit 300 anderen Ghettobewohnern ausgewählt, um in einer Rüstungsfabrik in Minsk zu arbeiten. Von dort aus ging es am 15. September, bedingt durch den Vormarsch der Roten Armee, nach Polen zur Zwangsarbeit in den Lagern Budzyn bei Lublin, Mielec und Wieleczka. Weiter ging es nach Flossenburg in Bayern. Hier wurden Hans und Richard Frank am 23. April 1945 von den Alliierten befreit. Hans wog zu diesem Zeitpunkt nur noch 27 kg. Während Richard Frank nach Rahden in die Nähe von Kleinenstadt zurückkehrte, zog es seinen Sohn Hans nach Bremen. Hier beendete er erfolgreich seine Lehre zum Elektriker. 1949 wanderte er nach Israel aus. Dort starb er am 29. November 2012. Richard Frank arbeitete wieder als Viehhändler und starb 1974 in Rahden.

Quelle: Ahlers, Wiltrud; Johr, Barbara: Else Frank, geborene Heimbach. Günther Frank. Rolf Frank. In: Christoffersen, Peter (Hg.); Johr, Barbara (Hg.): Stolpersteine in Bremen. Biografische Spurensuche. Bremen, S. 102/ Ahlers, Wiltrud: Bernhard Frank. In: Ebenda, S. 100.  

Quelle: Andreas Röpcke: Hans Frank. In: Rohdenburg, Günther: „…sind sie für den geschlossenen Arbeitseinsatz vorgesehen…“. >>Judendeportationen<< von Bremerinnen und Bremern während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bremen 2006, S. 91/ Ahlers; Johr: Else Frank, geb. Heimbach. Günther Frank. Rolf Frank, S. 102-103.

Quelle: Aussage Richard Franks [StAB 4,66-I Nette, B. 182]. In: ebenda/ Ahlers; Johr: Else Frank, geb. Heimbach. Günther Frank. Rolf Frank, S. 103.

Quelle: Ahlers; Johr: Else Frank, geb. Heimbach. Günther Frank. Rolf Frank, S. 103-104.