Архив свидетелей Минской исторической мастерской

Помним, учимся, исследуем на историческом месте

Вы здесь

Feiczewicz Rolf

Feiczewicz Rolf

Группа 
Рассовые преследования
Страна происхождения 
Германия
Место рождения 
Bremen
Проф. деятельность  
Lehre zum Kaufmann
Дата депортации 
1941 Ноябрь 18
Лагерь и место 
Minsker Ghetto
Судьба 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Тип отчета 
Семейная история

Rolf Feiczewicz wurde am 29. Dezember 1921 als Soh von Julius Feiczewicz (*1888 in Strojestie in der Bukowina in Rumänien) und Berta Feiczewicz (*geborene Sprei), die aus Wisnicz in Polen (bis 1918 Teil des Kaiserreich Österreich) stammte, in Bremen geboren.

Julius und Berta Feiczewicz heirateten am 6. November 1919 in Bremen und bekamen zwei Kinder, Rolf und seinen älteren Bruder Kurt (*31. Mai 1920). Bis 1928 lebte die Familie in der Ansgaritorstraße 5, wo auch die Großeltern lebten. Ab 1920 betrieb Julius Feiczewicz eine Bilderrahmenfabrik in Bremen. Die Familie wechselte mehrere Male ihren Wohnort. Am 17. Februar 1933 starb Julius Feiczewicz an Tuberkulose und die Familie zog zunächst in die Parkallee 25 und dann 1935 in die Contrescarpe 121. Nachdem Rolf Feiczewicz am 8. November 1934 seine Bar-Mizwa feierte, begann er eine kaufmännische Lehre. Es ist anzunehmen, dass er diese im Zuge der antijüdischen Diskriminierung abbrechen musste, so dass er anschließend als Bote arbeitete. In seiner Freizeit spielte er im Tennisverein, wo er auch mehrere Meisterschaften für sich entscheiden konnte. Am 20. Juli 1938 heiratete seine Mutter Berta Feiczewicz Günther Wustenbecker, mit dem sie nach Hamburg zog. Rolf Feiczewicz blieb in Bremen und zog in die Rückerstraße 26 zur jüdischen Familie Friedmann.

Wegen seines leiblichen Vaters besaß Rolf Freiczewicz die rumänische Staatbürgerschaft, welche ihm jedoch im Juli 1938 entzogen wurde. So war er staatenlos. Dies geschah vor dem Hintergrund einer Änderung des rumänischen Staatsbürgerschaftsrechts, nachdem die rumänische Staatsbürgerschaft nach dem Aufenthalt von mindestens zehn Jahren im Ausland verfiel. Rolf Feiczewicz bemühte sich darum, in die USA auszuwandern. Belegt ist, dass für ihn Geld für diese Reise beim Resettlement Service in Detroit bereitgelegt wurde. Warum er das Deutsche Reich nicht verließ bzw. nicht verlassen konnte, ist nicht bekannt. Sein Bruder Kurt floh indes über Belgien nach New York, wo er am 1. April 1940 ankam. 

Nach dem Bescheid zur Deportation war Rolf Feiczewicz gezwungen am 1. November 1941 mit seiner Gastfamilie in das „Judenhaus“ in der Rembrandstraße 25 zu ziehen. Seine Mutter Berta kam am
13. November von Hamburg nach Bremen, um ihren Sohn bei der „Umsiedlung in den Osten“ zu begleiten, und lebte ebenfalls im „Judenhaus“.

 Am 18. November 1941 wurden Rolf Freiczewicz und seine Mutter Berta gemeinsam mit den anderen Bewohnern des „Judenhauses“ nach Minsk deportiert, wo sie alle ums Leben kamen. Die genauen Umstände ihres Todes sind nicht bekannt.

Quelle: Christoffersen, Peter: Rolf Feiczewicz. In: Christoffersen, Peter (Hg.); Johr, Barbara (Hg.): Stolpersteine in Bremen. Biografische Spurensuche. Bremen 2017, S. 95.