Hermann Grünberg wurde am 27. Februar 1917 als Sohn von Hermann Grünberg sen. und Elisabeth Grünberg, einer getauften Protestantin, die zum jüdischen Glauben konvertiert war, in Bremen geboren.
Hermann Grünberg ging nach seiner schulischen Ausbildung bis 1936 in die Lehre beim Baumwollhändler Hermann Rosenstein und absolvierte diese als Baumwoll-Klassierer. Bereits 1937 verlor er seinen Arbeitsplatz, da der Firmeninhaber Rosenstein auswanderte. Anschließend war Hermann im Familienbetrieb der Grünbergs tätig. Jedoch musste die Firma 1938 aufgrund antijüdischer Maßnahmen schließen und so verlor er erneut seinen Arbeitsplatz. Danach konnte er sich nur noch durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten und plante auszuwandern.
In der Pogromnacht 1938 wurden er und sein Vater verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht.
Im November 1941 sollte Hermann Grünberg nach Minsk deportiert werden, wofür er sich in der „Lettow-Vorbeck-Schule“ in Bremen einfinden sollte. Seine Mutter, Elisabeth Grünberg, bemühte sich wiederholt um seine Freilassung. Sie gab gegenüber dem Gestapobeamten Menne Schulte an, dass es nicht rechtens sei, ihren Sohn zu deportieren, da es sich bei ihm nicht um einen Juden handeln würde, da sie ja selbst bloß zum jüdischen Glauben konvertiert sei. Jedoch waren ihre Bemühungen ohne Erfolg und Hermann Grünberg wurde mit dem Zug vom Lloyd-Bahnhof in Bremen nach Minsk deportiert, von wo er nicht wieder zurückkehrte. Die genauen Umstände seines Todes sind unbekannt.
Quelle: Laudowicz, Edith: Hermann Grünberg. In: Stolpersteine Bremen. URL: http://www.stolpersteine-bremen.de/detail.php?id=510 / Protokolierte Aussagen von Hermann Grünberg sen. und Elisabeth Grünberg zum Fall Menne Schulte. In: Rohdenburg, Günther: „…sind Sie für den geschlossenen Arbeitseinsatz vorgesehen…“. >>Judendeportationen<< von Bremerinnen und Bremern während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bremen 2006.