Selma Schlesinger, geb. Philipsen, geb. 2.5.1876 in Hamburg, am 18.11.1941 deportiert nach Minsk
Selma, genannt Selly, Schlesinger war gebürtige Hamburgerin, ihr Ehemann Hertz, der sich Hermann nannte, wurde 1863 in Altona geboren. Er hatte einen Tabakwaren-Vertrieb. Mit Ausnahme der Jahre 1932/33 hatte er bis 1938 ein geregeltes Einkommen.
Nachdem zuvor zwei andere Adressen angegeben waren, wohnten Schlesingers seit September 1938 in der Isestraße. Sie hatten zwei Töchter. Alice, 1900 geboren, verstarb bereits als Kind. Emmy, geboren am 25.1.1899 in Hamburg, war verheiratet mit Erich Riesenfeld. Das Ehepaar Riesenfeld wohnte mit seiner Tochter Ellen in der Isestraße 121 (Biographien siehe dort). Hermann Schlesinger starb im September 1940. Seit 1939, also schon vor dem Tod ihres Vaters, wohnte Emmy Riesenfeld mit ihrem Mann und ihrer Tochter bei den Eltern.
Selly Schlesingers Name stand bereits auf der Deportationsliste für Lodz am 25. Oktober 1941, wurde aber gestrichen. Dreieinhalb Wochen später musste sie mit ihren Kindern den Zug nach Minsk besteigen. Für alle Vier war die Isestraße 96 ihre letzte Adresse in Hamburg.
© Christa Fladhammer
Quellen: 1; 2; StaH, 522-1 Jüd. Gemeinden, 992 e2, Bd. 1 und Bd. 3.
Diese Biographie entstand im Rahmen des Projektes „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ unter Leitung von Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg) und Dr. Beate Meyer (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg).