Архив свидетелей Минской исторической мастерской

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Ferse Hermann

Ferse Hermann

Группа 
Рассовые преследования
Страна происхождения 
Германия
Место рождения 
Gelsenkirchen
Образование 
Dr.
Проф. деятельность  
Landesgerichtsdirektor
Дата депортации 
1941 Ноябрь 10
Лагерь и место 
Minsker Ghetto
Судьба 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Тип отчета 
Семейная история

Dr. Hermann Ferse wurde am 15.1.1881 in Gelsenkirchen und als Sohn eines Ziegeleibesitzers geboren. Er absolvierte das Jurastudium und war seit 1909 als Gerichtsassessor im Justizdienst tätig. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Frontoffizier eingezogen und schwer verwundet. Für seinen Dienst fürs Vaterland wurde er daraufhin mit einem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Dr. Hermann Ferse promovierte vermutlich nach dem Krieg, wobei über den genauen Zeitpunkt keine Auskunft gegeben werden kann. Gustav Heinemann, geb. 23.7.1899, der spätere dritte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1969-1974), begann 1924 in der Zivilkammer von Dr. Hermann Ferse sein Referendariat. Am 1.4.1927 wurde Dr. Hermann Ferse dann zum Direktor des Landesgericht ernannt. Knapp neun Jahre später, am 23. März 1933, ordnete Landgerichtspräsident Paul Heermann für alle jüdischen Staatsanwälte und Richter mehrwöchigen Zwangsurlaub an. Da Dr. Hermann Ferse jedoch als Frontoffizier im Ersten Weltkrieg gedient hatte, konnte er im Gegensatz zu den Anderen weitere zwei Jahre am Amtsgericht beschäftigt bleiben.

Das im Dezember 1935 erlassene „Gesetzt über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ führte zu Dr. Hermann Ferses Zwangspensionierung.

1938 reisten er und seine Frau Minna Mikela Ferse, geb. Goldschmidt, nach Palästina. Doch sie kehrten nach knapp sechs Wochen wieder nach Essen zurück, da Dr. Hermann Ferse dort keine passende Arbeitsmöglichkeiten für sich sah. Ihre beiden Kinder, Ruth (17 Jahre alt) und Bernhard (15 Jahre alt) hingegen emigrierten ein Jahr später, 1939, nach Palästina.

Im November 1941 erhielt das Ehepaar Ferse dann die Benachrichtigung ihrer Deportation, für die sich Dr. Hermann Ferse als Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Essen freiwillig meldete. Ein Transport musste nämlich immer von einem Vorstandsmitglied begleitet werden. Gustav Heinemann, der spätere dritte Bundespräsident der Bundesrepublik, suchte seinen Freund Dr. Hermann Ferse, der von seiner Rückkehr überzeugt gewesen ist, noch unmittelbar vor der Deportation auf.

Die Deportation des Ehepaars Ferse mit weiteren 128 Juden von Essen nach Maly Trostinec erfolgte am 10. November 1941. Weitere Angaben sind über den Verbleib des Ehepaars nicht erhalten, sodass angenommen werden kann, dass sie noch am Tag ihrer Ankunft in Maly Trostinec ermordet wurden.

Erstellt von Nazim Diehl