Архив свидетелей Минской исторической мастерской

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Elias Erwin

Elias Erwin

Группа 
Рассовые преследования
Страна происхождения 
Германия
Место рождения 
Hamburg
Проф. деятельность  
Schlosser, Expedient
Дата депортации 
1941 Ноябрь 8
Лагерь и место 
Minsker Ghetto
Судьба 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Тип отчета 
Семейная история

Erwin Elias, geb. 1.9.1910, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk

Östliche Seite Grevenweg, 70 m nördlich der Eiffestraße (Grevenweg 49)

Erwin Elias war das Zweitjüngste von neun Kindern der Eheleute David und Therese Elias, geb. Levor. Sein Vater David Elias war am 4.7.1871 in Altona, seine Mutter Therese am 28.2.1869 in Hamburg geboren worden. Der Vater war Beamter der Beerdigungsbrüderschaft der Altonaer Jüdischen Gemeinde. 1920 wurde er Kaufmann und Auktionator in Hamburg, wechselte zur dortigen Gemeinde und wohnte Großer Neumarkt 56 Hs. B, dem Hertz Joseph Levy-Stift.

Erwin Elias besuchte von April 1917 bis März 1925 die Talmud Tora Realschule, absolvierte eine Schlosserlehre, arbeitete dann aber im Wesentlichen als Expedient für jüdische Firmen. In erster Ehe war er mit einer Protestantin verheiratet. 1929 kam ihre Tochter zur Welt, die evangelisch aufwuchs. Die Ehe wurde geschieden. Erwin Elias zog wieder zu seinen Eltern.

Erwin Elias wurde am 7. November 1932 wegen "schweren Hausfriedensbruchs" für 6 Monate in Hamburg inhaftiert, aber schon "zufolge einer Amnestie am 23.12.32" entlassen. Von 1934 bis 1936 war er erwerbslos, arbeitete aber ausweislich seiner Rentenbeiträge bis 1940. Er zog häufig um. 1939 war er Grevenweg 49 gemeldet. Seine letzte Adresse war wieder Großneumarkt 56. Am 19. Oktober 1941 heiratete er Gerda Rosenthal, geb. 26.11.1915 in Cuxhaven. Sie war 1936 nach Hamburg gekommen, arbeitete als Hilfsschwester im Jüdischen Krankenhaus und wohnte Grindelberg 3a. An ihren jeweiligen Adressen erreichte sie die Aufforderung, sich als Ersatzleute zur "Aussiedlung" in das Getto Minsk am 8. November 1941 einzufinden. Sie dürften wie die meisten deutschen Juden daran geglaubt haben, dass sie zum Aufbau im Osten eingesetzt würden.

Erwin Elias’ Eltern David und Therese waren Anfang 1939 mit seiner Schwester Louisa in die Niederlande ausgewandert. Von dort wurden sie 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Sein ältester Bruder Berthold, geb. 1898, wurde in Auschwitz ermordet, wohin er von Theresienstadt aus deportiert worden war. Erwin Elias‘ sechs Schwestern und Bertholds Kinder überlebten die Shoah.

© Hildegard Thevs

Diese Biographie entstand im Rahmen des Projektes „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ unter Leitung von Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg) und Dr. Beate Meyer (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg).