Nuchim Wieselberg wurde am 23.1.1887 in Wien geboren. Im Jahr 1913 heiratete er Lea Wieselberg. Gemeinsam betrieben sie einen Feinkostladen in Wien. Die Familie besuchte zwar an den jüdischen Feiertagen den Gottesdienst, doch gab der Religion ansonsten keinen großen Stellenwert in ihrem Leben. Nuchim und Lea Wieselberg spielten in ihrer Freizeit gerne Schach. Über das Spielverhalten der beiden Ehepartner wird Nuchim Wieselberg von seinem Enkel aus den Erinnerungen seiner Mutter folgendermaßen zitiert: „Lea, wenn du willst, gebe ich dir einen Turm vor, nur bitte halte dich an die Regeln und korrigiere deine Züge nicht im Nachhinein.“ (Barton, Waltraud (Hg.): Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben, 2015, S. 503)
Im Jahr des „Anschluss“ Österreichs wurde Nuchim Wieselberg herzkrank. Er und seiner Familie waren zu dieser Zeit zahlreicher antisemitischen Schikanen ausgesetzt. Einmal konnte seine Ehefrau Ehe Wieselberg den Anblick ihres von SA-Männern erniedrigten Ehemanns nicht mehr ertragen und warf einen Blumentopf auf einen SA-Mann. Auf Grund dieses Wutausbruchs wurde Lea Wieselberg als geisteskrank erklärt, nach Hartheim deportiert und dort vergast. Nuchim Wieselberg wurde verhaftet. Er wurde zuerst in die Wiener Sammelstelle in der Sperlgasse festgehalten und dann am 2. Juni 1942 nach Maly Trostinec deportiert. Dort wurde er ermordet (Ebenda, S. 503).
Aus der Familie Wieselberg überlebte nur Nuchim und Lea Wieselbergs Tochter Irma Wiesenberg, die in Belgien abtauchte und sich später der Rèsistance in Frankreich anschloss, sowie einer ihrer Söhne, Oscar Wieselberg, dem die Flucht nach Palästina geglückt ist.
Ihr Sohn Salo Wieselberg wurde in Frankreich aufgegriffen und nach Ausschwitz deportiert. Er starb bei den Todesmärschen am 21. März 1945. Der andere Sohn, Arthus Wieselberg, hatte versucht nach Palästina zu gelangen, wurde aber unterwegs aufgegriffen und im Anschluss erschossen (Ebenda, S. 504).
Erstellt von Nazim Diehl und Aliaksandr Dalhouski