Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Fromm Helga

Fromm Helga

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
unbekannt
Beruf 
Hausfrau
Deportationsdatum 
1941 November 8
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Fromm Helga Mathilde, geb. 12.8.1916, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk

Fromm Max, geb. 26.11.1908, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk

Max Fromm arbeitete in den 1930er Jahren als Vertreter in der Fa. N. Fromm und verdiente dabei offensichtlich gut. Sein Vorgesetzter bezeichnete ihn später als "einen der besten Reisenden, die die Firma je gehabt hat".

Das kinderlose Ehepaar bewohnte von 1937 bis 1940 in Rehhagen 2 eine große 3-Zimmer-Wohnung. Zwischen 1940 und November 1941, als Max Fromm seine Arbeit verloren hatte, wechselte das Ehepaar viermal seine Unterkunft, lebte u.a. in der Heimhuder und der Greflinger Straße zur Untermiete und mußte seinen – nach Aussagen des in die USA emigrierten Bruders – recht beachtlichen Hausstand zu niedrigen Preisen "verschleudern".

Während Max Fromm ab 1937 der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburgs angehörte, bezeichnete Helga Mathilde Fromm sich als glaubenslos. Max Fromms Berufsbezeichnung im Adreßbuch lautete "Kaufmann", in der Deportationsliste ist er als "Weinvertreter" ausgewiesen, Helga Mathilde Fromm war Hausfrau. Das Paar unterstützte Max Fromms bedürftigen Vater finanziell.

Aus den Akten geht hervor, daß Max Fromm 1939 versuchte, nach Cuba auszuwandern. Seine Ehefrau, die zurückbleiben wollte oder sollte, hätte in diesem Fall das restliche Vermögen und ein Teilgrundstück bekommen, das Fromm noch besaß. Da die Auswanderung jedoch scheiterte, lebten dann beide von den RM 450 monatlich, die ihnen vom eigenen Vermögen für Lebenshaltung zugestanden wurden.

Den Deportationsbefehl erhielt das Ehepaar in der Schlüterstr. 14. Helga Fromm wurde mit dem Datum 8. Mai 1945 für tot erklärt.

© Beate Meyer

Diese Biographie entstand im Rahmen des Projektes „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ unter Leitung von Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg) und Dr. Beate Meyer (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg).