Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Heger Nathan Heinrich

Heger Nathan Heinrich

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Delmenhorst
Beruf 
Schneidermeister
Deportationsdatum 
1941 November 18
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Nathan Heinrich Heger wurde am 21. Mai 1876 als Sohn von Carl Heinrich Heger und Mientje Leeuwarden, die aus den Niederlanden stammte, in Delmenhorst im heutigen Niedersachsen geboren.

Sein Vater gehörte der evangelischen Konfession an, während seine Mutter jüdischen Glaubens war. Am 7. Mai 1904 heiratete Nathan Heinrich Heger die in Niederplanitz geborene Minna Clara Werner. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor: Richard (*1905), Wilhelm (*1907) und Alfred (*1911). Ob diese Ehe geschieden wurde oder seine Frau verstarb, ist nicht bekannt. Jedenfalls heiratete er am 28. Mai 1926 Mathilde Leeuwarden (*2. Januar 1881 in Delmenhorst). Nathan Hegers ältester Sohn Richard verstarb bereits 1937. Am 22. Mai 1939 emigrierte sein Sohn Wilhelm nach Chile, von wo aus er versuchte, seinen Vater gemeinsam mit seiner Stiefmutter nachzuholen, was ihm jedoch nicht gelang. Das Schicksal des jüngsten Sohns Alfred ist nicht bekannt.

Im Jahre 1940 musste Nathan Heger mit seiner Frau Mathilde Heger Delmenhorst gemeinsam mit den restlichen Juden des Ortes auf staatliche Anordnung hin verlassen. Am 4. April 1940 zogen die Eheleute in den Ostertorsteinweg 100. Sie wurden jedoch gezwungen, diese Wohnung bereits ein Jahr später am 26. September 1941 zu räumen, um in das „Judenhaus“ in der Scharnhorststraße 121 zu ziehen. Hier verbrachten sie ihre letzte Zeit in Bremen.

Am 18. November 1941 wurden Nathan und Mathilde Heger gemeinsam mit den anderen Bewohnern des „Judenhauses“ nach Minsk deportiert, wo sie ums Leben kamen. Ob sie den Entbehrungen oder den Massenexekutionen zum Opfer fielen, ist nicht bekannt.

Quelle: Ebeling, Barbara: Nathan Heger. Mathilde Heger. In: Christoffersen, Peter (Hg.); Johr, Barbara (Hg.): Stolpersteine in Bremen. Biografische Spurensuche. Bremen 2017, S. 131.