Weiss Jakob Moses, Dr. (Schulleiter)
Jakob Weiss kam am 2. Dezember 1883 als Sohn von Karlund Wilhemine Weiss, geborene Schwarz, in Wien zur Welt. 1902 maturierte er am Staatsgymnasium Zirkusgasse in der Leopoldstadt und begann Geographie, Geschichte, und Philosophie (Deutsch und klassische Philologie) zu studieren. 1906 promovierte er mit der Studie „Das Gebiet zwischen Donau und Balkan in römischer Zeit“ aus Geographie. (Archiv der Universität Wien, PH RA 2010)
Dr. Jakob Weiss war vermutlich bis 1938 Mittelschullehrer, er unterschrieb Schriftstücke mit dem Amtstitel „Studienrat“ und wurde auch als solcher auf allen Listen der IKG geführt. Sein staatlicher Pensionsanspruch war der höchste von allen eingesetzten LehrerInnen, was neben dem Berufstitel „Studienrat“ auf eine große Anzahl an Dienstjahren schließen lässt. (A/W 1573,1 Bestellung von Lehrpersonen)
Sein Einsatz als Leiter der Schulen in der Sperlgasse ist ab Dezember 1939 nachweisbar. (A/W 1572, Schulen für jüdische Kinder nach dem Stand vom 6. Dezember 1939)
Dr. Jakob Weiss hatte eine Tochter namens Margit. (A/W 1573,1 Wien 27. Jänner 1941 Schreiben von Burchardtan den Inspektor)
Sein zweiter Vorname dürfte Moses gewesen sein, er wurde in vielen Listen der IKG unter diesem Namen geführt, und zwar auch in solchen, in welchen bei allen anderen Personen der erzwungene zweite Vorname „Israel“ nicht angeführt worden war. In seinem aus dem Jahr 1906 stammenden Lebenslauf wurde dieser zweite Vorname allerdings nicht verwendet. (ibid. bzw. Archiv der Universität Wien, PH RA 2010 Curriculum vitae)
Ein am selben Tag wie der Schulleiter der Kleinen Sperlgasse 2a geborenes, in der Datenbank des DÖW unter dem Namen Moses Weiss aufscheinendes Opfer wurde am 14. September 1942 nach Maly Trostinec verschleppt und nach der Ankunft ermordet. (Opferdatenbank DÖW)
© Markus Brosch