Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Berkitz Paula

Berkitz Paula

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Hamburg-Bergedorf
Beruf 
unbekannt
Deportationsdatum 
1941 November 18
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesdatum und -umstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Paula Berkitz, geb. Popert, geb. 3.2.1879 in Hamburg-Bergedorf, am 18.11.1941 deportiert nach Minsk

Paula Berkitz wurde als Tochter von Mendel und Friederike Popert in Hamburg-Bergedorf geboren. Ihr Ehemann Moritz Berkitz, geboren 1886, kam aus Oberschlesien. 1905 traten beide in die Jüdische Gemeinde ein. Sie hatten keine Kinder.

Moritz Berkitz betrieb ein Geschäft für Manufakturwaren in der Hamburger Straße, Ecke Heitmannstraße. Das Grundstück gehörte ihm.

Das Ehepaar wohnte zunächst in der Barmbecker Straße, zog danach in die Isestraße und von dort wahrscheinlich 1935 in die Oderfelder Straße. Diese Anschrift ist im Adressbuch 1936 verzeichnet.

Moritz Berkitz starb im November 1938. Gleich nach seinem Tod wurde im Dezember 1938 das Vermögen unter "Sicherheitsanordnung" gestellt. Das Grundstück war vermutlich nach dem Entzug des Gewerbescheins und der "Arisierung" des Betriebes verkauft worden. Bis zum Tod des Moritz Berkitz durften die Eheleute gerade noch über RM 500 monatlich verfügen.

Paula Berkitz konnte in der Oderfelder Straße bleiben. Sie musste eine jüdische Untermieterin aufnehmen, ihre Hausangestellte konnte sie aber weiter beschäftigen.

Da das Testament ihres Mannes wegen eines Formfehlers ungültig war, musste sich Paula Berkitz mit Verwandten ihres Mannes in Schlesien auseinandersetzen. Passagekosten für deren Auswanderung wurden von der Oberfinanzdirektion genehmigt, ebenso wie eine kleine monatliche Rente für die Schwestern ihres Mannes.

Im Sommer 1941 konnte Paula Berkitz noch zur Kur fahren. Der Deportationsbefehl nach Minsk am 18. November 1941 erreichte sie in der eigenen Wohnung.

Ein zweiter Stolperstein liegt in der Oderfelder Straße 42.

© Christa Fladhammer

Diese Biographie entstand im Rahmen des Projektes „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ unter Leitung von Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg) und Dr. Beate Meyer (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg).