Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Lindemeyer Georg

Lindemeyer Georg

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Wuppertal-Elberfeld
Bildung 
Dr.
Beruf 
Rechtsanwalt
Deportationsdatum 
1941 November 10
Unterbringung/Inhaftierung 
Minsker Ghetto
Schicksal 
Todesumstände unbekannt
Berichtsart 
Familiengeschichte

Dr. Georg Lindemeyer (*05. August 1887 in (Wuppertal-)Elberfeld) und seine Frau Frieda (geb. Lewinsky, *24. Juni 1893 in Berlin) waren Christen jüdischer Abstammung. Das Ehepaar hatte drei Kinder – Eva-Maria, Edith Magdalena und Wolfgang Karl – und lebte im eigenen Haus Salierstraße 4 im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel.

Dem „Nichtarier“ Lindemeyer entzogen die Nationalsozialisten kurz nach ihrer Machtübernahme 1933 die Zulassung als Rechtsanwalt am Land- und Amtsgericht Düsseldorf, die er seit 1915 inne hatte.

Im Laufe der Jahre 1937 bis 1939 brach die Familie auseinander: Als sie Arbeit in England fand und so die Einreisegenehmigung erhielt, verließ Tochter Edith die Familie, dann wurde Sohn Wolfgang an einem englischen Internat angenommen. Als Letzte folgte 1939 Eva-Maria ihren Geschwistern nach England – die Eltern drängend, möglichst bald zu folgen.

Doch alle Auswanderungsversuche von Georg und Frieda Lindemeyer scheiterten mit dem Kriegsbeginn vom September 1939. Zuletzt wohnte das Ehepaar in einem „Judenhaus“ in der Yorckstraße 42 in Düsseldorf-Derendorf. Am 10. November 1941 wurden sie von Düsseldorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Erstellt von Hildegard Jakobs