Am 17. September 1913 wurde Elisabeth (genannt „Liesl“) als zweites von drei Kindern von Julius und Margarethe Beer in Wien geboren. Als Kind erkrankte sie an Polio, wodurch sie eine leichte Gangbeeinträchtigung hatte. Diese schränkte sie im Alltag aber offenbar nur wenig ein. Sie besuchte das Mädchengymnasium in der Wenzgasse und begeisterte sich für die Fotografie. Die renommierte Fotografin Trude Fleischmann, mit der Familie befreundet war, hat sie möglicherweise beim Erlernen dieser Kunst unterstützt. Im ersten Stock des von ihren Eltern beauftragten Hauses, der Villa Beer https://www.villabeer.com/home (erbaut 1929-1930), befand sich ihr Zimmer mit eigenem Balkon und ein für sie eingerichteter Gymnastikraum, den sie auch als Dunkelkammer nutzte.
Ihre körperliche Beeinträchtigung verunmöglichte später die erzwungene Emigration. Während ihren Eltern sowie ihren Geschwistern Hans und Lene die Flucht gelang, erhielt Elisabeth kein Visum für die U.S.A. Im Mai 1940 traf die Familie daher die schwerwiegende Entscheidung, Wien ohne sie zu verlassen.
Am 27. Mai 1942 wurde Elisabeth Beer aus einer Sammelwohnung in der Neutorgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk mit dem 23. Transport von Wien nach Minsk und weiter nach Blagowschtschina (bei Malyj Trostenez) deportiert. Als ihr offizielles Todesdatum gilt der 1. Juni 1942.